mit.dabei

mit.dabei ist eine seit August 2000 bestehende lebendige und erfolgreiche Kooperation zwischen Wohnungslosen- und Behindertenhilfe. Es vereint zwei gesellschaftliche Gruppen, die ursprünglich wenig miteinander zu tun haben: Menschen mit körperlichen Behinderungen, die aufgrund von Beeinträchtigungen auf Unterstützung angewiesen sind und wohnungslose Menschen, die neben dem Fehlen des eigenen Wohnraums häufig weitere Herausforderungen zu meistern haben (z. B. Suchterkrankungen, seelische Erkrankungen, Delinquenz). Für beide Gruppen ist die Teilhabe am Leben in der Gesellschaft nicht selbstverständlich. Diese kommen im Rahmen der Veranstaltungsreihe mit.dabei regelmäßig zusammen, erleben gemeinsame Freizeitunternehmungen und profitieren von der Begegnung und der gemeinsamen Aktivität. Eine Win-Win-Situation! 

Die Idee für die Kooperation stammt von Michèle Péron, die seit der Gründung ehrenamtlich aktiv und begeistert engagiert ist. Der Partner auf der Seite der Behindertenhilfe ist seit 2002 die Vivo GmbH der Stiftung Pfennigparade. 2018 hat der KMFV mit seiner Einrichtung Haus an der Kyreinstraße die Trägerschaft für den Bereich der Wohnungslosenhilfe übernommen. 

Kennzeichnend für beide Zielgruppen ist, dass sie in der Regel wenige Kontakte außerhalb ihres Umfeldes pflegen und in der Öffentlichkeit wenig Akzeptanz erfahren. 

Die Teilnehmenden aus der Behindertenhilfe sind Menschen mit körperlichen Behinderungen, die häufig auf einen Rollstuhl angewiesen sind, und die z.T. pflegerische Leistungen benötigen. Die Frauen und Männer sind Bewohner der Pfennigparade Vivo GmbH.

Bei den Teilnehmenden aus der Wohnungslosenhilfe handelt es sich um Menschen mit besonderen sozialen Schwierigkeiten gem. § 67 ff. SGB XII (alleinstehende Wohnungslose, die in Wohnheimen, Notquartieren oder Pensionen untergebracht sind) sowie ehemals wohnungslose Menschen, die bereits in eigenem Wohnraum leben. 

Beide Seiten der Teilnehmenden profitieren in einzigartiger Weise vom gemeinsam Erlebten. Sie lernen über sich persönlich, ihre individuellen Fähigkeiten und Potentiale, aber auch über die anderen. Man entdeckt Gemeinsames und Unterschiedliches, es entwickeln sich Beziehungen und Freundschaften. Die beiden Zielgruppen, denen der Zugang zu Freizeitaktivitäten nicht gerade leicht gemacht wird, begegnen einander im öffentlichen Raum.

Sowohl die Mitarbeitenden als auch die Teilnehmenden sind begeistert von den einzigartigen Erlebnissen bei den Aktivitäten. Die Erfahrung, dass man Herausforderungen gemeinsam meistern kann und auch scheinbar unüberwindbare Barrieren bezwingen kann (z. B. nicht funktionierende Aufzüge, begrenzte Kapazitäten öffentlicher Verkehrsmittel, nicht vorhandene Behindertentoiletten), trägt viel zum Selbstbewusstsein aller Teilnehmenden bei. 

Die Wohnungslosen lernen von den Menschen mit Behinderungen, dass sie mit großer Geduld und mit viel Humor die unvermeidlichen Hürden überwinden, dass sie ihr Schicksal annehmen und gemeinsame Aktivitäten genießen. Gleichzeitig lernen sie, dass sie selbst über - teilweise bislang unentdeckte - Potentiale verfügen und in der Lage sind, Menschen mit Behinderungen zu unterstützen. Die Menschen mit Behinderungen lernen wiederum von den Teilnehmern aus der Wohnungslosenhilfe, dass wohnungslose Menschen nicht dem Klischee entsprechen, das häufig in der Gesellschaft von ihnen gezeichnet wird. Zuverlässigkeit, Ausdauer, Humor, die Fähigkeit Beziehungen zu knüpfen und aufrecht zu erhalten sind Eigenschaften, die im Laufe der Veranstaltungsreihe zu Tage treten. 

Monatlich finden gemeinsame Unternehmungen innerhalb des Stadtgebietes Münchens sowie in die Region statt. Bis zu 15 Teilnehmende werden von erfahrenen Fachkräften beider Partner begleitet. 

Die Ausflüge werden von der Gruppe gemeinsam geplant, die Organisation übernehmen die Pfennigparade Vivo GmbH und der KMFV abwechselnd. 

Das Projekt wird anteilig von der Stiftung Pfennigparade und dem KMFV finanziert. Die Personalkosten tragen die jeweiligen Träger, die Maßnahmekosten werden abwechselnd übernommen. Es besteht keine öffentliche Förderung des Projektes, die notwendigen Mittel werden rein auf der Basis von Spenden erwirtschaftet.